Der Sehsinn

Sehen – ein komplexer Prozess


Vom sprichwörtlichen Licht der Welt, erkennt der Mensch am Anfang seines Lebens nur Umrisse und Helligkeiten, denn Neugeborene nehmen ihre Umgebung in den ersten Wochen vor allem durch den Tastsinn und durch das Gehör wahr. Sein direktes Umfeld sieht das Baby unscharf und auf den Kopf stehend.
Erst mit der Zeit lernt das Gehirn, die Bilder richtig herum zu drehen und „scharf zu stellen“.
In der ersten Lebenszeit muss das Gehirn  auch  lernen, räumlich zu sehen. Voraussetzung dabei ist, dass beide Augen gesund sind. Ein  eventueller Sehfehler sollte in dieser Zeit unbedingt erkannt und korrigiert werden, sonst sieht man später nie 3 D. Denn nur wenn zwei sehr ähnliche Bilder auf die Netzhäute unserer Augen fallen, kann das Gehirn sie zu einem einzigen dreidimensionalen  Seheindruck verarbeiten, und damit Tiefe ins Bild bringen.

 

Das Auge - mehr Pixel hat keine Kamera!
Die menschlichen Augen sind jeder Kamera haushoch überlegen. Ob in gleißendem Sonnenlicht, bei Dämmerung oder fahlem Mondlicht. Netzhaut und Pupille stellen sich auf fast jede Situation ein.
Der Sehsinn ist auch mit Abstand der wichtigste unserer Sinne, denn er liefert dem Menschen ca. 80 % der gewünschten Informationen. Die anderen Sinne sind ihm untergeordnet.

Warum sehen wir etwas?
Bilder, die in Form von Lichtstrahlen  auf unsere Augen treffen, kreuzen sich in der Linse der Augen. Daher erzeugen sie auf der Rückseite unserer Augen, auf der Netzhaut, einen auf den Kopf gestellten und seitenverkehrten Seheindruck. Sie lösen dort einen Reiz aus. Dieses Muster an Nervenimpulsen wird an das Gehirn weitergeleitet, dort „nachbearbeitet“ und sozusagen „online und in Echtzeit“ umgedreht. Erst dann können wir etwas sehen!

 

Erfahrbar wird ein Sinneseindruck also nur Dank der „Verarbeitungsstation“ Gehirn.

Ob anmutender Rosenduft oder wunderschöner Sonnenuntergang –
Wahrnehmungen entstehen einzig und allein in unserem Kopf.